erinnerungen an schulgarten-herbst

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Diese Bilder sind für mich etwas Besonderes: Sie sind Ergebnisse einer fotografischen Rückkehr zu meinen Wurzeln – und die waren analog. Ich bin überzeugter Gestalter mit digitalen Mitteln; aber angefangen hatte ich als 13jähriger mit einer uralten Rolleicord Vb – einer zweiäugigen Mittelformat-Spiegelreflexamera (Rollfilm 6×6 cm).

Jetzt, ein gutes halbes Jahrhundert später, versuche ich es noch einmal mit der alten Technik. Diese Bilder sind mit meiner „neuen“alten Mamiya 645, die für kleines Geld im Internet angeboten wurde.

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Ich bin kein Nostalgiker – obwohl der Verdacht ja angesichts meines Griffs zur“old school“-Technik mit einer klobigen schwer Kamera, die zwei Kilo auf die Waage bringt, und die mit Rollfilm, den es gottlob noch gibt, beladen wird bevor ich bedächtig das Motiv wähle – und nicht etwa auf einem Display, sondern vorübergebeugt über die Kamera auf einer Mattscheibe in einem Lichtschachtsucher Bildausschnitt und Schärfeebene festlege. Die richtige Belichtungseinstelung finde ich mit einem alten Belichtsmesser und stelle dann Blende und Verschlusszeit von Hand an der Kamera ein.

Die alte Technik – vor allem im Mittelformat (bei der Mamiya 645 sind es 6×4,5 cmpro Filmnegativ oder Dia, von denen 15 auf den 120er Rollfilm passen) – zwingt zur Entschleunigung. Nicht selten muss vom Stativ aus fotografiert werden – der „Schnellschuss“ ist zwar in begrenztem Umfang zuweilen möglich; aber das können analoge Kleinbild-Kameras und die digitalen „Knipsen“ besser.

Was diese etwas „andere“ oldfashioned Art der Bildgestaltung auszeichnet, ist eben diese Langsamkeit.

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Und die Geduld, die schon beim Fotografieren gefordert wird, hat mit dem Druck auf den Auslöser (und einem satten tiefen „Klack“, dessen Sound beim Hochklappen des Spiegels und dem Durchrauschen der Schlitzverschluss-Vorgänge Liebhaber der Mittelformat-Kameras von der Rollei über die Mamiya bis hin zur Hasselblad begeistert) noch längst kein Ende.

Ist der Rollfilm mit seinen  15 Bildern belichtet und aus der Kamera genommen, braucht es seine Zeit bis ich das fertige Produkt, das Bild in der Hand und vor dem Auge habe. In der digitalen Fotografie habe ich meine Bilder spätestens nach einigen Stunden (wenn bearbeitet wird) auf den Bildschirmen von Notebook, Desktop und Tablet oder Smartphone.

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Die Bilder des analogen Films wollen erst mal chemisch entwickelt und damit sichtbar gemacht werden. Und danach ist es bei aller Begeisterung für die Analogität sinnvoll, aus dem Zwischenprodukt des Films die neuen und vielfältigen gestalterischen Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung zu nutzen.

Zwar gibt es bezahlbare Scanner für den Hausgebrauch, die aus Negativen oder Dias digitale Bilder in den Computer bringen. Aber diese Geräte haben ihre sehr engen technischen Grenzen. Ich schicke deshalb meine belichteten Filme zum Entwickeln und Scannen an ein spezielles Fotolabor. Ich habe mich für das relativ klein, aber technisch gut ausgestattete MeinFilmLab entschieden.

Die Ergebnisse sprechen für sich und die solide Arbeit mit Hightech der Firma. Und ich habe die Möglichkeiten, die hochauflösenden Scans meiner Bilder individuell weiter zu gestalten.

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