„Mensch saa helle“ – Impressionen vom Lichtparcours 2016

Mensch saa helle, un wenn’s auch duster is“ – hochdeutsch: „Mensch , sei helle (schlau), auch wenn es dunkel (düster) ist“ – ist das wohl bekannteste Lied, mit dem die „Harfen-Agnes“, eines der historischen Braunschweiger Originale, Anfang des 2o. Jahrhunderts durch die Kneipen der Stadt zog. Die Aufforderung „helle“ zu sein, könnte auch das Motto des mittlerweile 4. Lichtparcours sein, zu dem die Stadt Braunschweig 15 Künstler eingeladen hat. Die Objekte und Installationen sind noch bis zum 22. September über die Stadt verteilt zu sehen.

Anders als in den Lichtparcour-Jahren 2000, 2004 und 2010 stehen  erstmals Werke im Fokus, die im Wechselspiel mit der Umgebung 24 Stunden am Tag erfahrbar sind.. Besucherinnen und Besucher wird so die Möglichkeit geboten, die Arbeiten zu unterschiedlichen Tageszeiten immer wieder neu zu entdecken.

Ich habe dieses neue Angebot angenommen und nähere mich einigen der Exponate bewusst zunächst nicht in der Dunkelheit, sondern am hellen Tage – und wieder ließ ich mich von Bänkelsängerin Harfen-Agnes und ihrem Motto „Mensch saa helle“ leiten – auch weil es eben nicht duster war.

Hier die ersten Impressionen einiger Lichtparcours-Objekte; weitere werden folgen.

Kultur = Kapital

Lichtparkours16_Schloss

Vieldeutig und unübersehbar behauptet der chilenische Konzept-Künstler Alfredo Jaar an der Fassade des umstrittenen Kommerz-Schlosses in einem wie ein Menetekel anmutenden LED-Schriftzug provokativ: „Kultur = Kapital“, Hinter der historisch nachempfundenen Fassade des Nachbaus des einstigen Braunschweiger Residenzschlosses beinhaltet der riesige Betonklotz neben dem Kultur-Fachbereich der Braunschweiger Stadtverwaltung und einem  aristokratischen Museum vor allem ein Kaufhaus.

 

Niemand zu Hause …

Krahe_Villa_02

Ein dichtes Netz an Weihnachtslichtern legt sich über die Fassade des Gartenhauses Haeckel, einer von Architekt und Städtebauer Peter Joseph Krahe erbauten Villa im Theaterpark. Im Gleichklang pulsieren Sound und geometrische Lichtmuster und versetzen das Haus in Vibration. Die Lichtchoreographie folgt dem Rhythmus einer von Kevin Schmidt komponierten Soundsequenz, die Motive von Horrorfilmmelodien verarbeitet.
Als spektakulär inszeniertes Mysterium lockt die Arbeit Besucher auf das Gelände und lässt die Grenze zwischen privatem und öffentlichem Raum verschwimmen.

(Text: Stadt Braunschweig)

Krahe_Villa_01

Die Innenräume der Villa sind Di. bis So. von 17 bis 22 Uhr begehbar. Der Soundtrack ist vor Ort über die Radiofrequenz 96,80 MHz empfangbar.

Titel des verstörenden Licht- und Klanginstallation  des kanadischen Künstlers Kevin Schmidt: „… but no one’s home“

Krahe_Villa_03

 

E.T. lässt grüssen

Wendentor_03

Das Projekt „Satelliten“, das Studierende der Technischen Universität Braunschweig unter der Leitung von Bernd Schulz entwickelt haben, hat das Thema „Contact“. Der telefonsüchtige Außerirdische E.T. und sein Kumpel, der Katzen-Gourmet ALF lassen grüßen von den an der Wendenstraße auf der Oker schwimmenden Plattformen – folgt man den  gedanklichen Hintergründen der Studenten und ihres Professors:

Wendentor_01

„Angenommen, es gäbe interstellares intelligentes Leben, welche Auswirkungen auf unser Denken und Handeln würden sich daraus ergeben? Wie würden wir uns diesen „Fremden“ gegenüber verhalten, wie würden wir sie begrüßen? Wie muss unser „Schiff“ ausgestattet sein, um fremde Intelligenzen angemessen empfangen zu können?“ In der Auseinandersetzung mit diesen Fragestellungen entstanden drei begehbare Stahlrahmenkonstruktionen, in die je eine kubische Stoffhülle aus Schirmseide gespannt ist.

Wendentor_02_Taube

Bilder (Jos van Aken) des Lichtparcours-Objekts „Bastion Beauté
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