Autor Jos van Aken

Bildermacher und Schreiber

imageNachdem ich 2009 die Diagnose „Morbus Parkinson“ erhielt und meinen Beruf als Hörfunk- und Fernsehjournalist nicht mehr ausüben konnte, habe ich mich – wie viele chronisch Kranke, die sich mit ihrer neuen Lebenssituation auseinandersetzen (müssen) – neben der rein medizinischen Seite der nicht tödlichen, aber eben doch unheilbaren Krankheit auch mit den sozialen Veränderungen im Leben von uns „Chronikern“ und dem Versuch den Alltag, das Leben unter den sich ändernden Bedingungen positiv-konstruktiv zu gestalten.

Erstes Engagement mit chronischLEBEN

Solange ich physisch und psychisch dazu uneingeschränkt in der Lage war, habe ich auch mit der Krankheit erst einmal das getan, was ich während meines „Erwerbslebens“ rund 40 Jahre lang getan hatte: Ich nahm meine Welt unter die Lupe – und weil sich gerade unter so einem (geistigen) Vergrößerungsglas so dies und das als, sagen wir mal: optimierbar darstellte, schrieb und sprach ich meist nicht gerade jubelnd, sondern nicht selten und zunehmend zorniger und verzeeifelter. Der sich aus diesem Konzept heraus fast zwangsläufig ergebende Name eines von mir herausgegebenen Blogs: chronischLEBEN (aus gesundheitlichen Gründen wird dieses Blog derzeit nicht aktualisiert).

Das Konzept des Blogs wurde im Laufe der Jahre seit dem ersten Erscheinen 2010 mehrmals geändert. Vor allem die zunächst und fast zwei Jahre im (Fast-)Einmannbetrieb durchgehaltene intensive Tagesaktualität mit Recherche, Nachrichtenproduktion mit Hintergrundinformationen und unangepasster Kommentierung überstieg mit der Zeit meine physischen und psychischen Möglichkeiten.

Sprache der Bilder entdecken und entwickeln

Das zusätzliche Angebot der erzählenden gestaltenden Fotografie, das unter anderem in diesem Fotoblog „mit meinen Augen“  zu finden ist, wuchs parallel mit meinem Engagement in der Selbsthilfe z.B. mit dem Blog chronischLEBEN, vermehrt in jüngerer Zeit auch durch Beteiligung in sozialen Netzwerken wie Facebook und Google Plus. Die Sprache der Bilder hat immer  meine Aktivität des Schreibens und Sprechens begleitet. Bilder, in meinem Fall die gestaltete Fotografie, ergänzt das Wort, setzt oft da ein, wo die gesprochene und geschriebene Sprache ihre Grenze findet und nicht weiter weiss.

Vor allem aber sind Bilder nicht (nur) Monolog, sondern das stumme Gespräch zwischen dem Bildermacher und den Schauenden. Ohne Worte entsteht ein lebendiger, wenn auch oft unausgesprochener Dialog.

Seit 2013 schreibe und fotografiere ich unter dem Namen Jos van Aken. Das Pseudonym ist eine Reminiszenz an meine Vorfahren mütterlicherseits.

Mit dem Pseudonym die Wurzeln wiederfinden

„Van Aken“ bedeutet im niederländischen „von den Lastkähnen“ und weist sowohl auf niederländische (holländische) Wurzeln als auch auf den Beruf meiner Urur-Großväter hin: Sie kamen „von den Aken“, von den Lastkähnen (auf dem Rhein). Ihr Job: Sie waren „Sakkendrager“ (Säcketräger), in Norddeutschland „Schauerleute“ genannt. Man sagt den Sakkendragern nach, sie seien „hard working, hard loving and hard drinking“ gewesen.

Ich habe 40 Jahre lang als Redakteur, Reporter und Moderator bei Tageszeitungen, und beim Norddeutscen Rundfunk (NDR) gearbeitet. Mit 62 Jahren wurde ich wegen meiner Parkinsonerkrankung verrentet.

Jos van Aken

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